Die richtige Plattform gewinnt immer: Warum das KI-Wettrennen um Rechenleistung Wix stärker macht
- 6. Juli
- 8 Min. Lesezeit

Die gängige Annahme in der KI-Branche lautet: Rechenleistung ist knapp, teuer und wird mit der Zeit immer wertvoller. Wer über die meiste Rechenleistung verfügt, wird das KI-Zeitalter dominieren.
Diese These klingt plausibel, greift aber zu kurz.
Was Wix wirklich ist
Wix ist kein Unternehmen, das Rechenleistung bereitstellt. Das war nie unser Anspruch.
Wir sind etwas Spezifischeres und bieten – gerade in der aktuellen Situation – ein ganz anderes Wertversprechen: Wir sind die Plattform, über die Künstliche Intelligenz den Weg in die reale Wirtschaft findet. Gleichzeitig sind wir ein Unternehmen, dessen Stärken leicht unterschätzt werden, wenn man nur einen Teil unseres Angebots betrachtet.
Base44
Mit Base44, unserem KI-nativen App-Builder, eröffnen wir eine neue Dimension: Jeder kann leistungsstarke Business-Anwendungen entwickeln und das ganz ohne Programmierkenntnisse.
Dabei sind Base44 und Wix keine konkurrierenden Produkte. Sie ergänzen sich als zwei Ebenen derselben Plattform.
Wer ein wachsendes Unternehmen mit Wix betreibt, benötigt mehr als nur eine Website. Es braucht ein Buchungssystem, eine Warenverwaltung, ein CRM, Marketing-Automatisierungen, Zahlungsabwicklung und vieles mehr. Anders gesagt: Unternehmen benötigen eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen und künftig werden diese zunehmend innerhalb des Wix-Ökosystems erstellt, angepasst und verwaltet.
Wix als Plattform, die KI in Unternehmen bringt
Weltweit gibt es Hunderte Millionen kleiner Unternehmen, Selbstständige, Kreative und Freiberufler.
Floristen. Yogastudios. Boutique-Hotels. Fotografen. Familienrestaurants.
Sie bilden das Rückgrat der Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, stärken lokale Gemeinschaften und prägen das wirtschaftliche Leben, auch wenn sie selten die Schlagzeilen der Finanzwelt bestimmen.
Über viele Jahre versprach das Internet diesen Unternehmen Zugang zu denselben digitalen Möglichkeiten wie Großkonzernen. Tatsächlich erhielten sie jedoch häufig vereinfachte Lösungen, die technisches Know-how, hohe Budgets und wertvolle Zeit erforderten; alles Ressourcen, über die kleine Unternehmen meist nicht verfügen.
Mit Künstlicher Intelligenz ändert sich das grundlegend.
Und Wix macht diesen Wandel möglich.
Wer Wix heute nutzt, erhält nicht einfach nur einen Website-Baukasten. Nutzer erhalten ein KI-System, das ihr Unternehmen, ihre Kunden, ihre Branche und ihre Ziele versteht – und sie aktiv dabei unterstützt, erfolgreicher zu werden.
KI erstellt Websites, für die früher Designer benötigt wurden.
KI schreibt Inhalte, für die früher Texter beauftragt werden mussten.
KI liefert SEO-Empfehlungen, die früher nur mit Unterstützung von Beratern möglich waren.
KI analysiert E-Commerce-Daten, wofür früher spezialisierte Datenanalysten erforderlich waren.
Noch vor wenigen Jahren hätten diese Leistungen mehrere Tausend Euro pro Monat gekostet und umfangreiches Fachwissen vorausgesetzt.
Heute sind sie Bestandteil von Wix und zugänglich für alle, überall, für Unternehmen jeder Größe und unabhängig von Budget oder technischen Vorkenntnissen.
Das ist keine kleine Produktverbesserung.
Es ist ein grundlegender Wandel darin, wer Zugang zu modernster Technologie und wirtschaftlichen Chancen erhält.
Und Wix steht mit einer bereits heute vollständig integrierten KI-Plattform im Mittelpunkt dieser Entwicklung.
Der entscheidende Wettbewerbsvorteil
Ein Aspekt der Diskussion rund um Rechenleistung wird meiner Meinung nach häufig unterschätzt: Wenn allen dieselbe KI-Infrastruktur zur Verfügung steht, entsteht der eigentliche Wettbewerbsvorteil nicht durch die Technologie selbst, sondern durch den Kontext, in dem sie eingesetzt wird.
Sprechen wir offen über die aktuelle Marktentwicklung. Im Zeitalter des Vibe Coding kann zunehmend jeder nahezu jede Anwendung entwickeln. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr: „Kannst du sie entwickeln?“ Sondern: „Verstehst du deine Nutzer gut genug, um sie richtig zu entwickeln?“
Genau darin liegt der entscheidende Wettbewerbsvorteil von Wix.
Generische KI verfügt über ein enormes Wissen. Sie kennt Inhalte aus dem Internet, versteht Sprache, Bilder und Programmcode. Doch sie weiß nicht, welche Elemente eine Homepage für kleine Unternehmen besonders erfolgreich machen. Sie kennt nicht die Produktbeschreibungen, die in bestimmten Branchen tatsächlich zu Käufen führen. Sie kennt weder die saisonalen Besonderheiten eines Hochzeitsfotografen noch die Preisstrategien erfolgreicher Online-Nachhilfelehrer oder den Zusammenhang zwischen der Social-Media-Präsenz eines Restaurants und dessen Reservierungen.
Wix hingegen verfügt über genau dieses Wissen, basierend auf Hunderten Millionen Websites, Milliarden von Nutzerinteraktionen und jahrzehntelanger Erfahrung mit realen Unternehmen.
Das ist unser Datenschatz. Und im KI-Zeitalter sind hochwertige Daten das wertvollste Kapital.
Man kann es auch so betrachten: Dasselbe KI-Modell erzielt völlig unterschiedliche Ergebnisse, je nachdem, mit welchen Daten es trainiert wurde. Ein Modell, das mit den proprietären Daten von Wix und dem Verhalten kleiner und mittelständischer Unternehmen optimiert wurde, liefert Empfehlungen, Designs und Erkenntnisse, die ein allgemeines KI-Modell schlicht nicht reproduzieren kann.
Die Rechenleistung mag dieselbe sein. Die Intelligenz dahinter ist es nicht.
Denn der Mehrwert einer KI-Anwendung entsteht nicht allein durch ihre Rechenkapazität, sondern vor allem durch die Qualität und Relevanz der Informationen, aus denen sie gelernt hat.
Selbst wenn die größten KI-Unternehmen der Welt morgen eine Plattform zur Website-Erstellung entwickeln würden, stünden sie vor einer gewaltigen Herausforderung: nicht wegen der Technologie, sondern wegen des fehlenden Erfahrungswissens.
Sie müssten verstehen, welche Anforderungen ein Friseursalon in São Paulo hat und wie sich diese von denen eines freiberuflichen Beraters in Singapur unterscheiden. Sie müssten wissen, welche Faktoren einen Besucher dazu bewegen, einen Termin zu buchen, anstatt die Website wieder zu verlassen.
Dieses Verständnis entsteht nicht über Nacht. Es wächst durch jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Hunderten Millionen Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen und Entwicklungsphasen.
Dieses Wissen ist keine einzelne Funktion. Es ist das eigentliche Produkt. Und es lässt sich nicht einfach herunterladen.
Es gibt jedoch noch eine zweite Dimension dieses Wettbewerbsvorteils – eine, die in der Diskussion rund um „Mit KI kann heute jeder Software entwickeln“ häufig übersehen wird: die enorme Komplexität, zuverlässige Software dauerhaft zu betreiben.
Stell dir folgende Frage:
Was kostet es tatsächlich, ein vollständig funktionsfähiges Buchungssystem von Grund auf zu entwickeln, selbst mit den besten KI-Tools, die heute verfügbar sind?
Der erste Eindruck kann täuschen. Einige Prompts, ein funktionierender Prototyp und eine beeindruckende Demo vermitteln schnell den Eindruck, dass das Problem gelöst ist.
Doch zwischen einem Prototypen und einer Software, auf die sich Unternehmen täglich verlassen können, liegen Welten.
Im laufenden Betrieb treten Fehler auf. Browser werden aktualisiert und verändern ihr Verhalten. Sicherheitslücken müssen kurzfristig geschlossen werden. Datenschutzgesetze ändern sich. Neue Anforderungen an Barrierefreiheit oder Zahlungsabwicklung kommen hinzu.
All das muss kontinuierlich überwacht und umgesetzt werden.
Hinzu kommt eine entscheidende Frage:
Woher weißt du eigentlich, dass der von einer KI generierte Code all diese Anforderungen tatsächlich erfüllt?
Ein Large Language Model kann zwar Datenschutzbestimmungen berücksichtigen. Aber kannst du sicher sein, dass dies vollständig und korrekt geschieht und dass der Code auch künftig automatisch an neue gesetzliche Vorgaben angepasst wird?
Nehmen wir als Beispiel ein Buchungssystem mit mehreren Mitarbeitenden, komplexen Terminregeln und echten Kundenterminen.
Schon ein einziger Fehler, eine Doppelbuchung, eine ausgebliebene Benachrichtigung oder eine fehlgeschlagene Zahlung, kann Umsätze kosten, das Vertrauen der Kunden beschädigen und langfristig Kundenbeziehungen gefährden.
Für kleine Unternehmen sind diese Risiken nicht theoretisch.
Sie können existenzielle Folgen haben.
Große Unternehmen verfügen über Entwicklungsteams, Sicherheitsexperten und Rechtsabteilungen, die sich um solche Herausforderungen kümmern.
Ein Yogastudio, ein Friseursalon oder ein Fotostudio hat diese Ressourcen nicht.
Sie können kein eigenes Sicherheitsteam beschäftigen. Sie können den generierten Code nicht selbst auf Compliance prüfen. Und sie können nicht nachts um zwei Uhr reagieren, wenn ein Fehler das komplette Buchungssystem für das Wochenende lahmlegt.
Das Problem verschwindet jedoch nicht, nur weil kleine Unternehmen nicht die Mittel haben, es selbst zu lösen.
Genau diese Aufgaben übernimmt Wix und das seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Sicherheitsupdates.
Browser-Kompatibilität.
Regulatorische Änderungen.
Infrastruktur-Updates.
All das geschieht kontinuierlich im Hintergrund, sodass sich Unternehmer auf ihr Geschäft konzentrieren können, anstatt auf ihre Software.
Deshalb lautet die entscheidende Frage bei einer selbst entwickelten KI-Lösung nicht:
„Was kostet die Entwicklung?“
Sondern:
„Was kostet der dauerhafte Betrieb und was passiert, wenn etwas schiefläuft?“
Gerade auf diese Frage fällt die Antwort oft ernüchternd aus, wenn die Alternative eine individuell mit KI erstellte Software ist, die weder von erfahrenen Entwicklern betreut noch kontinuierlich gewartet oder abgesichert wird.
Der Wert von Wix liegt deshalb nicht nur in dem, was wir entwickeln.
Er liegt vor allem in all den Aufgaben, die wir unseren Nutzern abnehmen, damit sie sich ganz auf ihr Unternehmen konzentrieren können.
Wer ein eigenes KI-Modell besitzt, bestimmt das Tempo des Fortschritts
Für uns bedeutet AI-native weit mehr, als Künstliche Intelligenz lediglich einzusetzen. Es bedeutet, sie selbst zu entwickeln.
Wix Harmony, unsere KI-gestützte Lösung zur Website-Erstellung, basiert heute auf einem Modell, das wir selbst entwickelt und trainiert haben. Es wurde gezielt für die Erstellung von Websites konzipiert, auf Grundlage von mehr als zwei Jahrzehnten realen Nutzerverhaltens optimiert und wird kontinuierlich von unserem Team weiterentwickelt.
Das Ergebnis: Das Modell arbeitet schneller, präziser und verursacht langfristig deutlich geringere Kosten als der Einsatz externer Anbieter. Allein diese Einsparungen verändern unsere Kostenstruktur nachhaltig.
Doch das ist nur ein Teil der Geschichte.
Mit dem Beitritt von Base44 zu Wix im Jahr 2025 entstand weit mehr als die Kombination zweier Produkte. Dasselbe Data-Science-Team, das das Modell hinter Wix Harmony entwickelt hat, arbeitete anschließend gemeinsam mit Base44 an dessen Plattform. Das Ergebnis: Base44 wurde zur weltweit ersten Plattform für die App-Entwicklung, die ein eigenes Large Language Model „Base 1“ veröffentlicht hat.
Base44 musste diese Technologie nicht von Grund auf neu entwickeln. Mit dem Zusammenschluss erhielt das Team sofort Zugang zu jahrelanger Erfahrung, einer bewährten Trainingsinfrastruktur und einem tiefen technologischen Know-how, das bei Wix über viele Jahre aufgebaut wurde.
Genau darin zeigt sich der Vorteil einer starken Plattform.
Das Modell von Base44 wurde anhand von mehreren zehn Millionen realer Nutzerinteraktionen trainiert, mit hochspezialisierten, domänenspezifischen Daten, auf die allgemeine KI-Modelle keinen Zugriff haben.
Das Ergebnis ist eine produktionsreife KI, die komplexe mehrstufige Dialoge führen, Code generieren und ausführen, Backend-Prozesse steuern und als vollwertiger Entwicklungsassistent agieren kann.
Es handelt sich nicht um einen Prototyp.
Base 1 wird bereits heute produktiv eingesetzt.
Dass sowohl Wix als auch Base44 diesen Weg eingeschlagen haben, folgt einer klaren Strategie.
Wer sein eigenes Modell besitzt, bestimmt auch die Geschwindigkeit seiner Weiterentwicklung.
Man muss nicht darauf warten, dass externe Anbieter bestimmte Funktionen in ihrem nächsten Release priorisieren. Stattdessen lassen sich Nutzerfeedback und Verbesserungen kontinuierlich umsetzen, also täglich statt nur im Rahmen größerer Veröffentlichungen.
Eigene Modelle können gezielt für den jeweiligen Anwendungsbereich optimiert werden, anstatt Kompromisse eines allgemeinen Modells in Kauf nehmen zu müssen.
Gleichzeitig behalten wir die Kontrolle über einen der größten Kostenfaktoren KI-basierter Unternehmen: Rechenleistung und Inferenz. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit und schafft eine nachhaltige Grundlage für weiteres Wachstum.
Ein eigenes KI-Modell auf diesem Niveau zu entwickeln, ist anspruchsvoll.
Es erfordert tiefgehende Expertise in den Bereichen Machine Learning, großskalige Systemarchitektur und mathematische Optimierung. Es bedarf Kompetenzen, die über viele Jahre aufgebaut werden und sich nicht kurzfristig einkaufen lassen.
Die meisten Unternehmen entscheiden sich deshalb gegen diesen Weg.
Wir haben ihn bewusst gewählt.
Und die ersten Ergebnisse bestätigen, dass diese Entscheidung richtig war.
Fazit
Das KI-Zeitalter wird Unternehmen hervorbringen, die die technologische Infrastruktur bereitstellen.
Gleichzeitig wird es Unternehmen geben, die diese Infrastruktur nutzen, um daraus echten Mehrwert für Millionen von Menschen zu schaffen.
Die Geschichte der Technologie zeigt immer wieder: Beide Ebenen können außerordentlich erfolgreich sein. Langfristig entsteht der nachhaltigste Wert jedoch häufig dort, wo Technologie konkrete Probleme löst und Menschen im Alltag unterstützt.
Wix beteiligt sich nicht am Wettlauf um immer größere Rechenzentren.
Unser Ziel ist ein anderes.
Wir möchten Unternehmen befähigen, erfolgreich zu sein.
Dafür bringen wir die leistungsfähigsten KI-Technologien unserer Zeit in die Hände der Menschen, die sie täglich benötigen.
Heute vertrauen uns Hunderte Millionen Nutzer weltweit. Wir verfügen über die finanziellen Mittel, die technologische Kompetenz und eine Plattform, deren Stärke sich besonders dann zeigt, wenn man sie in der Praxis erlebt.
Nicht einzelne Funktionen machen Wix einzigartig.
Entscheidend ist das Wissen, das hinter jeder einzelnen Funktion steckt und das Verständnis für unsere Nutzer, ihre Unternehmen und die Herausforderungen, die mit erfolgreichem Wirtschaften im Internet verbunden sind.
Die technologische Infrastruktur wird weiter wachsen.
Rechenleistung wird leistungsfähiger und günstiger werden.
Künstliche Intelligenz wird sich kontinuierlich weiterentwickeln.
Und wenn das geschieht, werden die Millionen kleiner Unternehmen weltweit, die einen verlässlichen Partner für ihre digitale Zukunft suchen, genau wissen, an wen sie sich wenden können.

Nir Zohar Präsident von Wix.com. Ehemaliger Chief Operating Officer



