Was ist ein Fully Qualified Domain Name (FQDN)? Erklärung & Bedeutung
- Vanessa Roth

- vor 3 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
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Wenn du eine eigene Domain erstellen möchtest, bist du sicher schon einmal über die Abkürzung FQDN gestolpert. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein technisches Kürzel aus einer anderen Welt. Keine Sorge: Dahinter steckt ein Konzept, das einfacher zu verstehen ist, als du denkst. Der Fully Qualified Domain Name ist ein zentraler Baustein des Internets, der sicherstellt, dass jede Anfrage genau dort ankommt, wo sie hin soll – wie eine präzise Postanschrift für jeden Server und jedes Gerät im globalen Netzwerk.
In diesem Artikel erfährst du leicht verständlich, was ein FQDN ist, warum er für die technische Infrastruktur deiner Website wichtig ist und wie du ihn optimal nutzen kannst. Wir erklären dir seinen Aufbau und zeigen, wie er dabei hilft, deine Online-Dienste sicher und zuverlässig zu betreiben.
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Inhaltsverzeichnis:
01. Was bedeutet „Fully Qualified Domain Name“ (FQDN)?
Ein Fully Qualified Domain Name (FQDN) ist der vollständige und eindeutige Name eines bestimmten Computers, Servers oder Dienstes im Internet. Man kann ihn sich wie eine exakte, globale Adresse vorstellen, die keine Missverständnisse zulässt. Während eine normale Domain wie wix.com dir sagt, wohin du ungefähr musst, gibt dir der FQDN die genaue „Hausnummer“ und den „Stock“ an.
Ein FQDN besteht aus mehreren Teilen: einem Hostnamen, einer Domain und einer Top-Level-Domain (TLD). Zusammen bilden sie eine eindeutige Hierarchie, die vom spezifischsten Teil (dem Hostnamen) zum allgemeinsten Teil (der TLD) führt.
Mehr erfahren: Was ist ein Hostname?
Im Gegensatz dazu steht der „Partially Qualified Domain Name“ (PQDN), also ein nur teilweise qualifizierter Name. Das wäre zum Beispiel nur der Hostname mail oder www. In einem lokalen Netzwerk mag das ausreichen, um ein Gerät zu finden. Im riesigen Internet wäre das jedoch so, als würdest du einen Brief nur an „Anna“ adressieren, ohne Straße, Stadt oder Land anzugeben. Der FQDN stellt sicher, dass deine Datenpakete nicht verloren gehen.
Lesetipp: Was sind neue Top-Level-Domains (nTLDs)?
02. Aufbau & Bestandteile eines FQDN
Um die FQDN Bedeutung vollständig zu verstehen, schauen wir uns seinen Aufbau genauer an. Das Domain Name System (DNS), das globale Verzeichnis des Internets, organisiert Namen in einer umgekehrten Baumstruktur. Ein FQDN liest sich von links nach rechts – vom DNS-technisch Spezifischsten zum Allgemeinsten.
Die einzelnen Teile, auch „Labels“ genannt, werden durch Punkte voneinander getrennt:
Subdomain/Hostname: Das ist der spezifischste Teil der Adresse. Oft wird hier www für einen Webserver oder mail für einen E-Mail-Server verwendet. Es ist der Name des jeweiligen Geräts oder Dienstes innerhalb einer Domain.
Lesetipp: Was ist eine Subdomain?
Second-Level-Domain (SLD): Das ist der Name, den du für deine Website registrierst, zum Beispiel beispiel in beispiel.de. Er repräsentiert deine Marke oder dein Unternehmen.
Mehr erfahren: Was ist ein Domain-Name-Registrar und warum ist das wichtig?
Top-Level-Domain (TLD): Dies ist die Endung der Domain, wie .com, .de oder .org. Sie bildet die oberste Ebene der Domain-Hierarchie.
Hier findest du unsere Domain Endungen Liste
Root-Label: Technisch gesehen endet jeder FQDN mit einem Punkt (.), der die Root-Zone des DNS repräsentiert. Dieser Punkt wird in Webbrowsern meist weggelassen, ist aber für die korrekte Funktionsweise des DNS entscheidend. Ein vollständiger FQDN sieht also so aus: www.beispiel.de..
Ein typisches Beispiel ist www.wix.com
www ist der Hostname (die Subdomain).
wix ist die Second-Level-Domain.
com ist die Top-Level-Domain.
. ist das Root-Label.
Lesetipp: Was ist eine Top Level Domain?
Für FQDNs gelten bestimmte Regeln: Die Gesamtlänge darf 255 Zeichen nicht überschreiten, und die einzelnen Labels dürfen maximal 63 Zeichen lang sein. Erlaubt sind Buchstaben, Zahlen und der Bindestrich, wobei ein Label nicht mit einem Bindestrich beginnen oder enden darf.
03. Warum ist ein FQDN wichtig?
Ein Fully Qualified Domain Name ist weit mehr als nur eine technische Spitzfindigkeit. Er ist für viele zentrale Funktionen im Internet unerlässlich und sorgt für Stabilität, Sicherheit und Eindeutigkeit.
Eindeutige Identifikation: Die Hauptaufgabe eines FQDN ist es, jeden Server, jedes Gerät oder jeden Dienst im riesigen Netzwerk des Internets eindeutig identifizierbar zu machen. Es gibt keine zwei identischen FQDNs. Diese Eindeutigkeit verhindert Verwechslungen und sorgt dafür, dass Anfragen immer am richtigen Ziel ankommen.
DNS-Auflösung: Das Domain Name System (DNS) funktioniert wie ein Telefonbuch für das Internet. Wenn du einen FQDN wie www.wix.com in deinen Browser eingibst, fragt dein Computer einen DNS-Server, welche IP-Adresse zu diesem Namen gehört. Nur mit dem vollständigen Namen kann der DNS-Server die korrekte IP-Adresse finden und dich mit dem richtigen Webserver verbinden.
SSL/TLS-Zertifikate: Für eine sichere, verschlüsselte Verbindung (erkennbar am https:// in der Adresszeile) benötigst du ein SSL-Zertifikat oder TLS-Zertifikat. Diese Zertifikate werden auf einen spezifischen FQDN ausgestellt, zum Beispiel shop.deinbusiness.de. Das Zertifikat bestätigt, dass der Server, mit dem du kommunizierst, tatsächlich der ist, für den er sich ausgibt. Ohne einen FQDN wäre eine sichere Verschlüsselung nicht möglich.
Spezialisierte Dienste: Viele professionelle Dienste wie E-Mail-Server, VoIP-Telefonanlagen (z. B. 3CX) oder VPN-Zugänge benötigen einen FQDN, um korrekt zu funktionieren. Ein Mailserver wird oft über mail.deinedomain.de angesprochen, während ein VPN-Gateway über vpn.deinefirma.de erreichbar sein könnte.
04. Technische Infrastruktur & DNS
Hinter jedem Aufruf einer Website steckt ein faszinierender Prozess, bei dem der FQDN die Hauptrolle spielt. Wenn du einen FQDN in deinen Browser eingibst, startet eine Kette von Anfragen, um die zugehörige IP-Adresse zu finden. Dieser Vorgang wird DNS-Auflösung genannt.
Dein Computer fragt zuerst einen lokalen DNS-Server (oft der deines Internetanbieters). Hat dieser die Adresse nicht im Zwischenspeicher, startet er eine Anfragekette: Er fragt einen der Root-Server nach der zuständigen TLD (.com), dann den TLD-Server nach dem zuständigen Nameserver für die Domain (wix.com) und schließlich diesen Nameserver nach der IP-Adresse für den Hostnamen (www). Dieser Prozess stellt sicher, dass die Adresse immer korrekt aufgelöst wird.
Innerhalb der DNS-Konfiguration gibt es verschiedene Arten von Einträgen (Records), die mit FQDNs arbeiten:
A-Record: Verknüpft einen FQDN direkt mit einer IPv4-Adresse.
AAAA-Record: Verknüpft einen FQDN mit einer IPv6-Adresse.
CNAME-Record: Erstellt einen Alias, der einen FQDN auf einen anderen FQDN verweist. Nützlich, wenn mehrere Dienste auf demselben Server laufen.
MX-Record: Gibt an, welcher Mailserver (identifiziert durch seinen FQDN) für eine Domain zuständig ist.
Eine saubere Konfiguration dieser DNS-Records in Verbindung mit gültigen SSL-Zertifikaten bildet das Fundament für eine zuverlässige und sichere Netzwerkinfrastruktur.
Lesetipp: Was ist DNS?
05. FQDN Beispiele aus der Praxis
FQDNs begegnen uns ständig und oft ohne, dass wir es merken. Hier sind einige typische Anwendungsfälle, die dir zeigen, wie vielseitig sie eingesetzt werden:
Webserver: Der klassische Fall. www.dein-blog.de oder shop.dein-unternehmen.com sind FQDNs, die direkt zu den Servern führen, auf denen deine Website oder dein Onlineshop gehostet wird.
E-Mail-Server: Damit du E-Mails empfangen und senden kannst, nutzt dein E-Mail-Programm FQDNs wie mail.deinedomain.de oder smtp.provider.com, um sich mit den richtigen Servern zu verbinden.
VoIP-Telefonanlagen: Moderne Telefonsysteme, die über das Internet laufen, benötigen einen FQDN wie pbx.meinefirma.de, um eine stabile und sichere Verbindung für Sprachanrufe herzustellen.
Remote-Zugriff und VPN: Wenn du von unterwegs auf dein Firmennetzwerk zugreifen möchtest, verbindest du dich oft über einen FQDN wie vpn.firma.de. Das ist sicherer und einfacher zu merken als eine lange IP-Adresse.
06. So findest du deinen eigenen FQDN
Möchtest du den FQDN deines eigenen Computers oder eines Servers herausfinden? Das ist einfacher, als du vielleicht denkst. Je nach Betriebssystem gibt es dafür unterschiedliche Wege.
Unter Windows:
Öffne die Eingabeaufforderung (suche nach „cmd“).
Gib den Befehl ipconfig /all ein und drücke Enter. Suche nach dem Eintrag „Host-Name“ und „Primäres DNS-Suffix“. Der FQDN ist die Kombination aus beiden.
Alternativ kannst du hostname eingeben, um den Hostnamen zu sehen, und echo %USERDNSDOMAIN%, um die Domain zu ermitteln.
Unter macOS oder Linux:
Öffne das Terminal.
Gib den Befehl hostname -f ein. In den meisten Fällen wird dir direkt der vollständige FQDN angezeigt.
Sollte das nicht funktionieren, kannst du mit hostname den Hostnamen und mit dnsdomainname die Domain getrennt abfragen.
Mit Online-Tools oder Befehlen wie nslookup www.beispiel.de kannst du zudem die DNS-Einträge für jeden beliebigen FQDN abfragen und so die zugehörige IP-Adresse herausfinden.
07. Best Practices beim Einsatz von FQDNs
Wenn du eigene Server oder Dienste betreibst, hilft dir die richtige Handhabung von FQDNs dabei, deine Infrastruktur übersichtlich, sicher und skalierbar zu halten.
Definiere ein klares Namensschema: Verwende konsistente und verständliche Subdomains für deine Dienste. Zum Beispiel www für den Webserver, mail für E-Mails, api für eine Programmierschnittstelle und vpn für den Fernzugriff. Das schafft Ordnung und erleichtert die Verwaltung.
Nutze FQDNs für Redundanz und Lastverteilung: Du kannst denselben FQDN auf mehrere IP-Adressen verweisen lassen. Das ermöglicht Load Balancing, bei dem Anfragen auf verschiedene Server verteilt werden, um die Last zu reduzieren und die Ausfallsicherheit zu erhöhen.
Erneuere Zertifikate regelmäßig: SSL/TLS-Zertifikate sind nur für eine begrenzte Zeit gültig. Stelle sicher, dass du sie rechtzeitig erneuerst, um Sicherheitswarnungen und Verbindungsabbrüche zu vermeiden.
Dokumentiere und überwache deine DNS-Records: Behalte den Überblick über deine DNS-Einträge. Eine saubere Dokumentation hilft dir, Fehler schnell zu finden und Änderungen sicher durchzuführen.
08. Fazit
Der Fully Qualified Domain Name (FQDN) ist weit mehr als nur eine technische Abkürzung. Er ist das präzise Adresssystem des Internets, das dafür sorgt, dass Datenpakete, E-Mails und Anfragen sicher und zuverlässig an ihr Ziel gelangen. Von der einfachen DNS-Auflösung über sichere SSL-Verbindungen bis hin zum Betrieb komplexer Dienste – der FQDN ist ein zentraler Baustein moderner Netzwerke.
Wenn du eine eigene Website betreibst, einen Onlineshop aufbaust oder andere digitale Dienste anbietest, hilft dir das Verständnis für FQDNs dabei, die technischen Zusammenhänge besser zu verstehen. Du bist damit bestens gerüstet, um deine digitale Infrastruktur professionell zu verwalten und sicherzustellen, dass deine Besucher und Kunden dich jederzeit problemlos erreichen können.
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09. Häufige Fragen zu FQDN
Ist ein FQDN dasselbe wie eine Domain?
Nicht ganz. Eine Domain (z. B. wix.com) ist nur ein Teil eines FQDN. Der FQDN (www.wix.com) ist die vollständige Adresse, die auch den Hostnamen enthält und damit ein spezifisches Gerät oder einen Dienst innerhalb dieser Domain bezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen FQDN und Hostname?
Der Hostname ist nur der erste Teil des FQDN, der ein bestimmtes Gerät benennt (z. B. www). Der FQDN ist die Kombination aus Hostname und Domainname (www.wix.com) und damit die vollständige, weltweit eindeutige Adresse. Im Vergleich FQDN vs Hostname ist der Hostname also nur ein lokaler Name, während der FQDN global gültig ist.
Brauche ich einen FQDN für SSL-Zertifikate?
Ja, unbedingt. SSL/TLS-Zertifikate werden immer für einen oder mehrere spezifische FQDNs ausgestellt. Nur so kann eine sichere, verschlüsselte Verbindung zu diesem spezifischen Dienst garantiert werden.
Kann ein Gerät mehrere FQDNs haben?
Ja, das ist möglich und sogar üblich. Ein einzelner Server kann über verschiedene FQDNs erreichbar sein, zum Beispiel www.meinshop.de und blog.meinshop.de, auch wenn beide Dienste auf derselben Maschine laufen.

Vanessa Roth
Blog Growth Managerin




